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Obwalden
im Herzen der Schweiz – überraschend einzigartig

Spatenstich Aufwertung Südufer Alpnachersee: Beginn der Schüttarbeiten

Das erste Transportschiff mit Material für die Seeschüttungen ist heute in der Mündungsbucht der Sarneraa eingetroffen. Die Schüttungen in den Alpnachersee werten den Naturraum auf und ermöglichen die umweltverträgliche Verwertung von Aushub- und Ausbruchmaterial aus dem Hochwassersicherheitsstollen der Sarneraa. Die Schüttungen bilden den Auftakt der Umsetzung des Wasserbauprojekts Aufwertung Südufer Alpnachersee, Teilprojekt Mündungsbucht.

Durch intensiven Abbau von Kies und Sand über Jahrzehnte entstanden im Mündungsbereich der Sarneraa in den Alpnachersee tiefe Baggerlöcher. Im Zuge des Aufwertungsprojekts Südufer Alpnachersee werden sie nun teilweise oder vollständig aufgefüllt. Es entstehen neue Flachwasserzonen und Flachmoorflächen. Gleichzeitig wird die Grundlage für ein natürliches Delta bei der Mündung der Sarneraa geschaffen. Die Planung dieses Wasserbauprojekts wurde 2017 aufgenommen.

Ökonomischer und ökologischer Nutzen
Zwischen 1999 und 2005 wurde Obwalden durch mehrere Unwetterereignisse stark getroffen. Folge dieser Ereignisse war eine Vielzahl von Hochwasserschutzprojekten im Kanton, insbesondere im Sarneraatal.

„Ein Anstoss für die Planungen zur Aufwertung des Südufers des Alpnachersees war die Überlegung, das beim Hochwasserentlastungsstollen Ost anfallende Aushub- und Ausbruchmaterial kostengünstig und umweltverträglich zu verwerten und so Synergien zu nutzen“, so Baudirektor Josef Hess. Denn das Projekt wertet auch den Natur- und Erholungsraum am Alpnachersee auf. Es entstehen neue Flachmoorflächen, die als Kompensation für Flachmoore genutzt werden können, welche bei anderen Wasserbauprojekten beeinträchtigt werden oder wurden. Damit dient es auch dem Schutz von Kulturland.

Schaffung von wertvollem Naturraum
Im ersten Schritt erfolgen Vorschüttungen unter Wasser. Das Schüttmaterial stammt aus dem Tessin, genauer aus dem Projekt Kraftwerkserneuerung Ritom. Ab dem Jahr 2020 werden die Schüttungen zusätzlich mit Material, welches aus dem Tunnelvortrieb für den Hochwasserentlastungsstollen anfällt, fortgesetzt.

Landstatthalter Josef Hess bedankt sich für die gute Zusammenarbeit mit der Ritom SA (SBB und Kanton Tessin). Er hebt hervor: „Dank des grossen Einsatzes aller Beteiligter war es möglich, in kurzer Zeit ein derart anspruchsvolles und beinahe einmaliges Projekt zum Laufen zu bringen.“

Schüttmaterial stammt vom Hochwasserentlastungsstollen Ost und vom Projekt Kraftwerkserneuerung Ritom
Die Projektleiterin des Kantons, Anje Marten, erläuterte anlässlich des Spatenstichs die Eckdaten und Meilensteine des Projekts. In einer ersten Etappe werden Seeschüttungen im Bereich der Mündungsbucht der Sarneraa realisiert. „Der Schüttmaterialbedarf für das Teilprojekt Mündungsbucht beträgt gesamthaft rund 350 000 m3. Damit können rund 3.0 ha Land mit Flachufer und 3.8 ha Flachwasserzonen geschaffen werden“, so Anje Marten.

Das überschüssige Ausbruchmaterial des Hochwasserentlastungsstollens Ost deckt knapp die Hälfte des Materialbedarfs. Es ist nur bedingt wasserbeständig und kann daher nur für ausgewählte Schüttungen eingesetzt werden. Die andere Hälfte des Materials stammt aus dem Projekt Kraftwerkserneuerung Ritom. Dieses Material hätte ursprünglich auf eine Deponie im Mittelland gebracht werden sollen. Es ist wasserbeständig und dient dazu, die andere Hälfte des Materialbedarfs für die Schüttung mit höheren Anforderungen an die Materialqualität abzudecken. Mit diesem Material, das bis im Winter 2019/2020 angeliefert wird, werden Vorschüttungen gemacht, hinter denen anschliessend das nicht wasserbeständige Material aus dem Stollen sicher im See geschüttet werden kann. Es wird erst per Zug von Ambri-Piotta nach Flüelen und danach per Schiff nach Alpnach geliefert.

Das Material des Hochwasserentlastungsstollens wird dereinst vom Auslaufbauwerk 3 km per Lastwagen transportiert und über schwimmende Förderbänder geschüttet. Es wird mit durchschnittlich 80 Fuhren pro Tag gerechnet. Dazu werden Anpassungen an der Flurstrasse Richtung Hinterberg notwendig.

Aufwertungspotential nutzen
Flachwasserzonen wie sie vor den Baggerungen im Alpnachersee bestanden und durch das Projekt wiederhergestellt werden sollen, bieten einen wertvollen Lebensraum für Wasserlebewesen. Dieser Lebensraum ist infolge des Kiesabbaus am Südufer des Alpnachersees grösstenteils verloren gegangen. Die Aufnahmen im Rahmen der Projektierung haben gezeigt, dass die Anzahl und Artenvielfalt bei den Fischen wie auch bei anderen Wasserlebewesen gering ist. Hinsichtlich der Lebensräume für Wasserlebewesen besteht am Südufer des Alpnachersees ein grosses Aufwertungspotential.

Anje Marten erläutert: „Das Südufer des Alpnachersees stellt ein beliebtes Naherholungsgebiet dar. Es bleibt der Bevölkerung auch nach Umsetzung der Massnahmen für die Erholungsnutzung erhalten.“

Abgestimmter Zeitplan
Die Realisierung der Seeschüttungen ist auf den Zeitplan des Hochwasserentlastungsstollens Ost sowie auf das Projekt Kraftwerkerneuerung Ritom abgestimmt. Da beim Projekt Kraftwerkerneuerung Ritom das Überschussmaterial bereits ab Juni 2019 anfällt, wurde die Genehmigung vorgezogen, so dass erste Unterwasserschüttungen nun gestartet werden können. Die Schüttungen des Teilprojekts Mündungsbucht mit Material aus dem Hochwasserschutzstollen erfordern eine weitere Projektbewilligung und erfolgen ab Frühling 2020.


Das Schiff „Reuss“ am Südufer des Alpnachersees vor der Entladung anlässlich des Spatenstichs des Projekts Aufwertung Südufer Alpnachersee vom 24. Juni 2019 mit den Projektbeteiligten in der Mündungsbucht der Sarneraa.
Das Schiff „Reuss“ am Südufer des Alpnachersees vor der Entladung anlässlich des Spatenstichs des Projekts Aufwertung Südufer Alpnachersee vom 24. Juni 2019 mit den Projektbeteiligten in der Mündungsbucht der Sarneraa.
Dokumente MM_BRD_Spatenstich_ASA.pdf (pdf, 175.8 kB)
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Datum der Neuigkeit 24. Juni 2019