Willkommen auf der Website der Gemeinde Obwalden



Sprungnavigation

Von hier aus k?nnen Sie direkt zu folgenden Bereichen springen:
Startseite Navigation Inhalt Suche Inhaltsverzeichnis Seite drucken PDF von aktueller Seite erzeugen

Obwalden
im Herzen der Schweiz – überraschend einzigartig

Ein Einblick in die Fischfauna des Alpnachersees

Mit der Studie „Projet Lac“ wurde die Fischfauna des Alpnachersees zum ersten Mal systematisch untersucht. Die Resultate zeigen, dass der fischökologische Zustand des Alpnachersees gegenüber dem Naturzustand heute leicht beeinträchtigt ist. Das in der Tiefe bestehende Sauerstoffdefizit im Herbst und die teilweise stark verbauten Ufer schränken den Lebensraum der Fische ein. Für die Fischerei bietet der See jedoch gute Bedingungen und die Fangzahlen der beliebten Arten sind gut und stabil.

Das Leben der Fische bleibt in der Regel unseren Augen verborgen. Daher ist es nicht einfach, die Fischfauna eines Gewässers zu erfassen. Kenntnisse über die vorkommenden Fischarten beruhen in den Seen hauptsächlich auf Fängen der Berufs- und Angelfischerei. Diese befischen allerdings gezielt bestimmte Fischarten und Grössenklassen, so dass deren Fänge nicht die tatsächliche Zusammensetzung der Fischgemeinschaft abbilden.

Untersuchung der Fischartenzusammensetzung
Vom 10. bis 13. September 2018 wurde im Auftrag der Kantone Obwalden und Nidwalden der Fischbestand des Alpnachersees untersucht. Mit vertikalen und horizontalen Netzen von unterschiedlicher Maschenweite sowie der Elektrofischerei wurden die unterschiedlichen Lebensräume in allen Tiefen untersucht.

Insgesamt wurden 23 verschiedenen Arten gefangen. Neben der natürlichen Fischartenvielfalt kommen heute drei neue, standortfremde Arten vor (Kaulbarsch, Zander und Sonnenbarsch).

Fischartenzusammensetzung im Alpnachersee unterscheidet sich von jener
im Vierwaldstättersee

Die Fischfauna des Alpnachersees wird durch das Egli (Flussbarsch) dominiert und unterscheidet sich damit markant von derjenigen des übrigen Vierwaldstättersees, wo Felchen und Seesaiblinge die häufigsten Arten sind. Die geringe Tiefe von maximal 35 m und der leicht höhere Nährstoffgehalt des Alpnachersees sind hauptsächlich für diesen Unterschied verantwortlich.

Temporäres Sauerstoffdefizit in der Tiefe schränkt den Lebensraum im
Herbst ein

Die höchste Fischdichte wurde in Ufernähe zwischen 0 und 12 m Wassertiefe festgestellt, hingegen wurden keine Fische unterhalb von 25 m gefangen. Grund dafür ist ein Sauerstoffdefizit im Tiefenwasser. Dieses wird durch die Sauerstoffzehrung beim Abbau von abgestorbenen Algen verursacht. Im Herbst sind die Lebensbedingungen für die Fische somit in den Tiefen nicht optimal, so dass diese Zonen gemieden werden. Die Seeufer sind zudem teilweise stark verbaut, was den Lebensraum der Fische weiter einschränkt.

Fischökologischer Zustand des Sees weicht vom Naturzustand ab
Insgesamt kann die Fischartenzusammensetzung im Alpnachersee als relativ naturnah bezeichnet werden. Der fischökologische Zustand muss jedoch aufgrund der hohen Dichte an Egli und Rotaugen, einiger standortfremden Arten und dem Fehlen von Fischen in der Tiefe als beeinträchtigt gegenüber dem Naturzustand eingestuft werden.

Der Alpnachersee bietet für die Fischerei jedoch gute Bedingungen. Die Fangzahlen der fischereilich beliebten Arten sind gut und über die Jahre gesehen stabil. Zudem zeigt die Studie ein gutes Jungfischaufkommen, was darauf schliessen lässt, dass die natürliche Fortpflanzung im See funktioniert.

Massnahmen zur Verbesserung des Zustands des Sees
Die bisherigen Anstrengungen im Gewässerschutz sollen weitergeführt und ökologische Aufwertungen angestrebt werden. Aufwertungsmöglichkeiten gibt es insbesondere bei den Einmündungen der stark verbauten Bäche, welche für Fische einen besonders wichtigen Lebensraum darstellen. Eine solche Aufwertung wird bereits in den nächsten Jahren mit dem Projekt Südufer Alpnachersee umgesetzt.

Link: Schlussbericht Projet Lac Alpnachersee


Bild Netze werden gehoben.
Der Alpnachersee wurde mit Netzen und Elektrofischerei beprobt. Hier werden die benthischen Netze, die über Nacht im See waren, gehoben (Foto: Mikael Goguilly)
Dokumente Medienmitteilung (pdf, 330.6 kB)
Abbildung 1 (JPEG, 1637.9 kB)
Abbildung 2 (JPEG, 2427.4 kB)
Abbildung 3 (JPG, 225.0 kB)


Datum der Mitteilung 21. Nov. 2019