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Obwalden
im Herzen der Schweiz – überraschend einzigartig

Problemfische am Haken? – Auch bei der Angelfischerei sollen keine invasiven gebietsfremden Arten verschleppt werden

Fischerinnen und Fischer schätzen gesunde Gewässer mit vielen verschiedenen Fischarten. Diese Diversität wird bedroht durch invasive gebietsfremde Tiere und Pflanzen. Einfache Regeln können die Weiterverbreitung von invasiven Arten und Krankheiten durch Fischende in Gewässern verhindern.

Gebietsfremde Arten, die Schäden verursachen werden «invasive Neobiota» genannt. Invasive Fische und andere invasive Wasserlebewesen beeinflussen die aquatischen Ökosysteme. Dies kann sich letztendlich auch auf die Fischfänge auswirken. Einerseits können invasive Fische andere Fischarten verdrängen. Ein Beispiel dafür sind die Schwarzmeergrundeln, die in der Schweiz bislang im Rhein in der Region Basel vorkommen. Die Schwarzmund- und Kesslergrundel sind dort innerhalb weniger Jahre zu den dominierenden Fischarten geworden. Sie machen einheimischen Fischen den Lebensraum, die Laichplätze und das Futter streitig. Zudem fressen sie den Laich von einheimischen Fischen und können so verschiedene Arten unter Druck setzen. Andererseits können invasive Arten indirekt grossen Einfluss auf die Nahrungskette in einem Ökosystem nehmen. So wird z.B. bei der Quaggamuschel befürchtet, dass sie so viele Nährstoffe aus dem Wasser filtriert, dass Fischnährtieren (z.B. Wasserflöhen) und dadurch auch den Fischen die Nahrung fehlt.


Verbreitung von invasiven Neobiota bei der Angelfischerei
Als wichtigste Ursache für die Verschleppung vieler aquatischer Neobiota gelten Boote. Aber auch beim Fischen bestehen Risiken, Organismen von einem Gewässer ins nächste zu verbreiten. Das gilt vor allem für kleine Lebewesen, wie z.B. dem Grossen Höckerflohkrebs (max. 2 cm gross). Er versteckt sich gerne unter Steinen und in Furchen, kann aber auch an Stiefeln oder Wathosen hängen bleiben. Zudem können invasive Tierarten im Larvenstadium oder alsJungtiere verschleppt werden. Dann sind sie meist winzig klein und können in Eimern oder anderen Behältern leicht übersehen werden.


Gegen invasive Neobiota und Krankheitserreger
Viele Fischerinnen und Fischer kennen bereits Regeln, mit denen die Verbreitung von Fischkrankheiten verhindert werden kann. Dazu gehört das Reinigen und Desinfizieren der Ausrüstung, die Nutzung toter Köderfische nur im Herkunftsgewässer oder das grundsätzliche Verbot der Verwendung lebender Köderfische. Dies hilft auch gegen die Verbreitung der für Forellen tödlichen Proliferativen Nierenkrankheit PKD oder der Krebspest. Letztere wird von nordamerikanischen invasiven Krebsen eingeschleppt und verläuft für unsere einheimischen Krebse meist tödlich. Ganze Bestände der bedrohten Krebspopulationen wurden so bereits ausgelöscht. Die Sporen dieses Pilzes können mit wassergefüllten Behältern und mit nasser Ausrüstung übertragen werden.

Wenn Sie also an verschiedenen Gewässern fischen, beachten Sie folgende Regeln:
  • Kontrollieren Sie Ihre Fischereiausrüstung und -kleidung auf Rückstände von Pflanzen und Tieren.
  • Reinigen Sie die gesamte Ausrüstung gründlich mit Wasser – wenn möglich mit heissem. Entleeren Sie sämtliches Restwasser aus Behältern direkt am Ursprungsgewässer.
  • Lassen Sie die Ausrüstung vor der Nutzung an einem anderen Gewässer vollständig trocknen.
  • Verwenden Sie Köderfische nur im Herkunftsgewässer.

Weiterführende Informationen:
Allgemeine Informationen über invasive aquatische Neobiota sind unter umwelt-zentralschweiz.ch/aquatische-neobiota verfügbar.
 


Kamberkrebs
Der Kamberkrebs ist ein nordamerikanischer, invasiver Krebs.

Dokument MM4_Infokampagne_Aquatische Neobiota.PDF (PDF, 463.9 kB)


Datum der Neuigkeit 8. Juni 2021