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Obwalden
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Hochwassersicherheit Sarneraatal: Regierungsrat genehmigt weitere Projektetappe – Arbeiten am Ein- und Auslaufbauwerk des Stollens sind im Gang

Der Regierungsrat hat für die Hochwassersicherheit Sarneraatal die zweite Teilprojektgenehmigung und die Projektgenehmigung für den oberen Abschnitt der Sarneraa Alpnach (Wasserbauprojekt Sarneraa Alpnach I) erteilt. Beide Projekte sind fachlich und technisch eng miteinander verknüpft. Die Genehmigungen durch den Regierungsrat sind ein wichtiger Meilenstein für die Hochwassersicherheit im Sarneraatal und stellen sicher, dass die Realisierung der Massnahmen gemäss dem Zeitplan weitergehen kann.

Die zweite Genehmigungsetappe HWS Sarneraatal beinhaltet die Massnahmen an der Sarneraa sowie die Genehmigungen für das Wehrreglement und die Massnahmen am Unterlauf des Kernmattbachs, für welche die Gemeinde Sarnen als Bauherrin verantwortlich ist. Von den Genehmigungen ausgenommen ist der Bereich der Sarneraa zwischen der Mündung Bitzighoferbach bis Brücke Bahnhofstrasse, Kägiswil. Dieser rund ein Kilometer lange Abschnitt der Sarneraa wird aufgrund der Vereinbarung mit den Umwelt- und Fischereiverbänden mit zwei zusätzlichen Aufweitungen der Sarneraa neu projektiert und nochmals öffentlich aufgelegt (siehe Medienmitteilung des Bau- und Raumentwicklungsdepartementes vom 7. Juni 2019). Gleichzeitig mit der zweiten Etappe HWS Sarneraatal genehmigte der Regierungsrat auch das Wasserbauprojekt Sarneraa Alpnach I mit Hochwasserschutzmassnahmen im Bereich Geschiebesammler Grosse Schliere bis zur Eichischwelle in Alpnach.

Sämtliche Einsprachen gegen die beiden zur Genehmigung stehenden Projekte respektive Projektteile konnten gütlich geeinigt werden oder sind vom Regierungsrat behandelt worden.

Landerwerb erfolgreich verlaufen
Der Kanton als Bauherr ist bestrebt, den betroffenen Anstössern Realersatz für das durch das Projekt beanspruchte Land zu leisten. In umfangreichen Verhandlungen, unter anderem durch die Landerwerbskommission, konnte den betroffenen Landwirten Ersatzflächen für das durch die Projekte permanent beanspruchte Landwirtschaftsland bereitgestellt werden. Dies gilt auch für die gegenüber dem Auflageprojekt von 2016 zusätzlichen Aufweitungen der Sarneraa im Bereich Flugplatz Kägiswil, die als Projektänderung anfangs 2020 öffentlich aufgelegt werden.

Hochwassersicherheit Sarneraatal: Genehmigung, Einsprachen und Realisierung in Etappen
Die vom Regierungsrat erteilte zweite Teilprojektgenehmigung beinhaltet neben den Massnahmen an der Sarneraa auch den Bau des Hilfswehrs an der Rütistrasse, den Ersatzneubau der Brücke Bahnhofstrasse Kägiswil, die Verlegung der Etschischwelle sowie Massnahmen am Unterlauf des Kernmattbachs. Zudem wurde das Wehrreglement für die künftige Regulierung des Sarnersees mit entsprechendem Umweltmonitoring durch den Regierungsrat genehmigt.

Von 29 Einsprachen gegen das Auflageprojekt von 2016 konnten im Zuge der Einsprache- und Landerwerbsverhandlungen 25 gütliche Einigungen mit Rückzügen der Einsprachen erwirkt werden. Eine Einsprache wurde vom Regierungsrat im Herbst 2017 behandelt. Über drei weitere Einsprachen (zwei davon sind Gegenstand der Kompromisslösung mit den Verbänden) hat nun der Regierungsrat im Rahmen der Genehmigungen zweite Etappe entschieden.

Über den Abschnitt Mündung Bitzighoferbach bis Brücke Bahnhofstrasse, Kägiswil, wird in einer dritten Etappe, voraussichtlich im Jahr 2020, entschieden. In diesem Abschnitt wird gegenwärtig aufgrund der verhandelten Einigung mit den Umwelt- und Fischereiverbänden ein Auflageprojekt für zwei zusätzliche Aufweitungen der Sarneraa erstellt. Im Gegenzug verzichten die Umweltverbände und die Fischereiverbände auf zahlreiche weitere Forderungen ihrer Einsprachen. Die öffentliche Auflage der Projektänderung erfolgt voraussichtlich im Frühling 2020.

Die Realisierung der Massnahmen an der Sarneraa im Dorf Sarnen startet, sobald der Hochwasserentlastungsstollen betriebsbereit ist, das heisst in rund vier bis fünf Jahren. Dieses etappenweise Vorgehen ermöglicht es, die Arbeiten an der Sarneraa im Dorf unter geringstmöglichem Hochwasserrisiko durchzuführen.

Wasserbauprojekt Sarneraa Alpnach I: Genehmigung, Einsprachen und Realisierung
Die vom Regierungsrat erteilte Projektgenehmigung für das Wasserbauprojekt Sarneraa Alpnach I beinhaltet neben dem Ausbau der Abflusskapazität durch die Verbreiterung des Flussbetts auch den Rückbau der Eichischwelle, Areal- und Objektschutzmassnahmen im Bereich des Flugplatzes und der Kavernen in Alpnach sowie die Anbindung des Geschiebesammlers Schlierenrüti an die Sarneraa durch den Abbruch des Damms auf einer Länge von rund 50 Metern.

Die Verlegung der Etschistrasse, die neue Zufahrt zum Stauwehr Wichelsee sowie die Werkleitungsquerung Eichi wurden bereits vorzeitig bewilligt. Diese Bauteile sind inzwischen erstellt.

Die Realisierung der weiteren Massnahmen an der Sarneraa in Alpnach beginnt im Herbst 2020 und erstreckt sich über einen Zeitraum von vier bis fünf Jahren. Diese Massnahmen müssen bis zur Inbetriebnahme des Hochwasserentlastungsstollens abgeschlossen sein.

Dank des Rückzugs der Einsprache der IG Kulturland, einem Zusammenschluss von betroffenen Landwirten, können die nächsten Schritte ohne weitere Verzögerungen eingeleitet werden. Damit ist die termingerechte und zeitnahe Realisierung dieses Hochwasserschutzprojektteils möglich.

Bauarbeiten Hochwasserentlastungsstollen: Auslaufbauwerk / Startgrube Tunnelbohrmaschine
Die Vorarbeiten zum Hochwasserentlastungsstollen schreiten weiter voran. Beim Auslaufbauwerk in Alpnach laufen die Baumaschinen seit knapp einem Jahr. Unterhalb der Wehranlage am Wichelsee ist eine Grossbaustelle entstanden. Für die Startgrube der Tunnelbohrmaschine (TBM) wird eine Baugrube hangparallel abgetieft und mit Bohrpfählen und vorgespannten Ankern gesichert. Aufgrund von geologisch bedingten Schwierigkeiten (tiefere Felslage, teilweise grosse Kieselkalkblöcke aus historischem Felssturz vom Stanserhorn) wurden zusätzliche Baugrunduntersuchungen veranlasst. In der Folge musste auch das Abschlusskonzept der Baugrube den geologischen Gegebenheiten und den Grundwasserverhältnissen angepasst werden.

Durch die Anpassung der Planung und die Zusatzmassnahmen sind die Bauarbeiten aktuell fünf Monate im Rückstand. Die Verzögerung wirkt sich auch auf die Folgearbeiten aus (Startröhre, Vortrieb Tunnelbohrmaschine). Der Montagebeginn der Tunnelbohrmaschine verschiebt sich voraussichtlich auf April 2020.

Die finanziellen Auswirkungen der Verzögerungen und der angepassten technischen Ausführung werden aktuell noch ermittelt. Ob die derzeitigen Verzögerungen Auswirkungen auf die Inbetriebnahme des Hochwassersicherheitsstollens haben werden, ist offen. Massgebend für die Bauzeit wird insbesondere die Vortriebsleistung mit der Tunnelbohrmaschine im Gebirge sein.

Einlaufbauwerk: Bauarbeiten ab schwimmender Plattform
Die Bauarbeiten am Einlaufbauwerk in Sachseln laufen wie geplant und sind auf Kurs. Nachdem die Baustellenzufahrt ab der Brünigsstrasse fertiggestellt werden konnte, entsteht aktuell die Baugrube im Sarnersee. Aus der Baugrube wird später der Gegenvortrieb aufgefahren. Wegen der beschränkten Platzverhältnisse wird ein senkrechter Baugrubenabschluss mittels Spundwänden realisiert. Gestützt wird das Abschlusssystem mit einem Spriessring. Gegenwärtig sind die Baufachleute daran, die schweren Stahlträger in den Seeboden einzurammen. Dabei werden die Arbeiten ab einer schwimmenden Plattform (Ponton) ausgeführt. Die Baugrube wird im Frühsommer 2020 fertig ausgehoben und gesichert sein. Mit dem Gegenvortrieb kann in der zweiten Jahreshälfte 2020 begonnen werden.


Bild Auslaufbauwerk
Die Baustelle für das Auslaufbauwerk des Hochwasserentlastungsstollens in Alpnach mit der Startgrube für die Tunnelbohrmaschine.
Dokumente 19-59_MM_RR_HWS_Sarneraatal.pdf (pdf, 7157.1 kB)
Bild_1_MM_RR_HWS_Sarneraatal.JPG (JPG, 7646.7 kB)
Bild_2_MM_RR_HWS_Sarneraatal.JPG (JPG, 3921.6 kB)
Bild_3_MM_RR_HWS_Sarneraatal.JPG (JPG, 1391.3 kB)


Datum der Neuigkeit 8. Nov. 2019