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Obwalden
in Traditionen verwurzelt – innovativ

Konkordat HarmoS


Interkantonale Vereinbarung über die
Harmonisierung der obligatorischen Schule (HarmoS-Konkordat):


Zur Ratifizierung in den Kantonen
Die Plenarversammlung der Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) hat am 14. Juni 2007 das HarmoS-Konkordat einstimmig verabschiedet (Link). Das Konkordat muss nun in den Kantonen ratifiziert werden.

Das neue Konkordat (HarmoS) hat folgende wichtigen Inhalte:
  • es definiert einheitlich die strukturellen Eckwerte (Schuleintritt, Dauer der Schulstufen) und aktualisiert damit das Schulkonkordat von 1970;
  • es benennt die übergeordneten Ziele der obligatorischen Schule Schweiz;
  • es bezeichnet die Instrumente der Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung auf nationaler Ebene;
  • es bestimmt insbesondere das Instrument verbindlicher Bildungsstandards und regelt das Verfahren für deren Festlegung.

Konkret heisst das für die obligatorische Schule Schweiz:Der Kindergarten wird ab dem erfüllten vierten Altersjahr obligatorisch. Die Unterrichtszeit wird vorzugsweise in Blockzeiten organisiert und die Kantone sorgen für ein bedarfsgerechtes Angebot an Tagesstrukturen. Das Konkordat schafft zudem die Grundlage für die Einführung von landesweit verbindlichen Standards. Lehrpläne werden künftig auf sprachregionaler Ebene entwickelt. (siehe Dokument: Kurzinformation)


Vernehmlassungsergebnis
Folgende Partner haben im Sommer 2006 zum vorgeschlagenen Konkordat Stellung genommen: Politischen Parteien, Einwohnergemeinden, Mitglieder des Erziehungsrats, Schulleitungen im Kanton und in den Gemeinden, Lehrerinnen- und Lehrerverein OW, Kindergartenverein OW, Verein Obwaldner Gymnasiallehrer und -lehrerinnen, Verband Schule und Elternhaus.

Nach Auswertung der Vernehmlassungsantworten steht fest, dass der Beitritt des Kantons Obwalden zum HarmoS-Konkordat grundsätzlich begrüsst wird. Die mehrheitliche Zustimmung im Kanton zu diesem fundamentalen Wandelprozess im Volksschulsystem belegt eindrücklich, was auf Grund der Vielzahl erfolgreich durchgeführter Schulentwicklungsprojekten vermutet werde durfte: Die Verantwortlichen und Lehrpersonen in den Obwaldner Gemeinden führen und unterrichten zukunftsorientiert.

Kontroverse Rückmeldungen gingen zum Einschulungsartikel (Artikel 4) ein: Er wird von einer Mehrheit der Vernehmlassungspartner mit Vorbehalten unterstützt. Die Vorbehalte konzentrieren sich auf bestimmte pädagogische (zu frühe Leistungsorientierung), organisatorische und finanzielle Aspekte(Gemeinden befürchten steigende Infrastruktur- und Personalkosten). Die drei Gemeinden Alpnach, Kerns und Lungern lehnen die Einschulung von Vierjährigen ab.

Stand des Beitrittsverfahrens (Stand Januar 2016)
Das Konkordat ist seit dem 1. August 2009 in Kraft, da das Quorum von zehn Beitrittskantonen erreicht wurde. Mittlerweile sind 15 Kantone (SH, GL, VD, JU, NE, VS, SG, ZH, GE, TI, BE, FR, BS, SO, BL) mit 76.2 Prozent der Schweizer Bevölkerung dem Konkordat beigetreten, sieben Kantone (LU, GR, TG, NW, UR, ZG, AR) haben das Konkordat abgelehnt.
Ab dem 1. August 2009 gilt das Konkordat für diejenigen Kantone, welche es ratifiziert haben. Ab diesem Zeitpunkt beginnt eine sechsjährige Übergangsfrist zu laufen: Die Beitrittskantone haben diejenigen Inhalte des Konkordats, welche sie noch nicht erfüllen, auf Beginn des Schuljahres 2015/16 umzusetzen. Diese gleiche Frist gilt auch für Kantone, die dem Konkordat nach dem 1. August 2009 beitreten werden.

Beitrittsverfahren im Kanton Obwalden: Sistierung
Trotz der Vorbehalte im Vernehmlassungsverfahren und im Regierungsrat wurde der Konkordatstext in den umstrittenen Punkten nicht geändert. Das neue Bildungsgesetz, das am 1. August 2006 in Kraft getreten ist, liegt grundsätzlich auf der Linie des neuen HarmoS-Konkordats. Würde der Kanton Obwalden dereinst dem neuen Konkordat beitreten, so müsste das Bildungsgesetz voraussichtlich nur in kleinen Teilen an das Konkordat angepasst werden. Die meisten Konkordatsbestimmungen sind gemäss unseren Einschätzungen mit dem neuen Bildungsgesetz kompatibel.
Der Regierungsrat hat nun am 17. Februar 2009 entschieden, dem Kantonsrat vorläufig keine Antrag für einen Beitritt des Kantons Obwalden zum HarmoS-Konkordat zu unterbreiten. Er sieht seine anfänglichen Bedenken gegen die obligatorische Einschulung bereits ab dem vollendeten vierten Lebensjahr durch die jüngste Entwicklung in den Zentralschweizer Kantonen bestätigt. Eine Volksabstimmung im Kanton hätte zur Zeit  nur geringe Chancen, eine Mehrheit für diese Harmonisierungsvorlage gewinnen zu können. Ursprünglich wollte der Regierungsrat das Geschäft am 27. Juni 2009 im Kantonsrat beraten lassen.
Ausschlaggebend für diesen Entscheid ist, dass sich mehrere Gemeinden bereits im Vernehmlassungsverfahren zum HarmoS-Konkordat skeptisch gegenüber dem zweijährigen obligatorischen Kindergarten geäussert haben. Im Kanton Obwalden gehen zurzeit nur circa 20% der Kinder in den freiwilligen zweijährigen Kindergarten. Auch die Tatsache, dass bereits in drei Gemeinden ein zweites freiwilliges Kindergartenjahr angeboten wird, stimmt den Regierungsrat nicht optimistischer. Wie die Abstimmungen über das HarmoS-Konkordat im Kanton Luzern am 30. November 2008, im Kanton Nidwalden am 8. Februar 2009, im Kanton Uri am 27. September 2009 und im Kanton Zug am 27. September 2009 gezeigt haben, erscheint das HarmoS-Konkordat in der Zentralschweiz zurzeit nicht mehrheitsfähig. Er ist deshalb zur Überzeugung gelangt, das nun zuerst die weitere Entwicklung abgewartet werden soll.

Weitere Informationen finden Sie auch auf der Internetseite der EDK

Dokumente Kurzinformation_D.pdf (pdf, 426.7 kB)
Medienmitteilung_Sistierung_02-09.pdf (pdf, 34.3 kB)

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