Kanton Obwalden erarbeitet ReptilieninventarReptilien sind in der Schweiz geschützt. Trotzdem gelten heute 80 Prozent aller 19 Reptilienarten als akut gefährdet. Der Kanton ist somit gesetzlich verpflichtet entsprechende Fördermassnahmen einzuleiten. Um den Wissensstand über die Verbreitung der Reptilien zu vertiefen und somit entsprechende Fördermassnahmen einleiten zu können, erarbeitet der Kanton Obwalden ein Reptilieninventar.Der Kenntnisstand über Reptilienvorkommen (z. B. Eidechsen oder Schlangen) ist in vielen Gebieten des Kantons Obwalden sehr lückenhaft. Im Rahmen des aktuellen Projektes soll der Wissenstand zur Verbreitungs- und Gefährdungssituation von Reptilien verdichtet und damit eine Basis für einen langfristigen und wirkungsvollen Reptilienschutz gelegt werden. Das Projekt wird im Auftrag des Amtes für Wald und Landschaft unter der Leitung des Reptilienexperten Jürgen Kühnis von der Pädagogischen Hochschule Zentralschweiz realisiert. Die Felderhebungen sind bereits angelaufen und sollen bis im Herbst 2014 abgeschlossen werden. Gefährdete Tiergruppe In der Schweiz sind sämtliche Reptilienarten gesetzlich geschützt. Trotz dieses Schutzstatus gelten heute 80 Prozent aller 19 Arten als gefährdet. Die Ursachen sind vielschichtig, jedoch primär auf die Zerstörung und Zerschneidung der Lebensräume zurückzuführen. Damit wird auch der genetische Austausch unter den Populationen erschwert und der lokale Rückgang beschleunigt. Heute sind Reptilien in vielen Standorten u.a. durch Nutzungsänderungen oder den Ausbau der Verkehrsnetze bedroht. Aufruf zur Mithilfe – Beobachtungen melden Neben den systematischen Felderhebungen sind Beobachtungshinweise aus der Bevölkerung sehr erwünscht. Personen, die in ihrem Wohnumfeld, auf einem Spaziergang oder einer Wanderung Reptilien gesichtet haben, werden gebeten diese Beobachtungen mit Angaben zum Datum, Fundort (falls möglich mit Koordinaten oder Kartenausschnitt) und zur Art (falls vorhanden mit Belegfoto) mit dem Vermerk „Reptilienprojekt OW“ an das Amt für Wald und Landschaft Obwalden, Flüelistrasse 3, 6061 Sarnen (Vermerk „Reptilienprojekt OW“) oder direkt online unter dem Link: scutum.unine.ch/Webfauna einzureichen. Ihre Daten werden selbstverständlich vertraulich behandelt. Selbstverständlich sind auch ältere Beobachtungen oder Sichtungen ohne genaue Angaben zur Art sehr willkommen.
Vor allem Kehle und Körperseiten der männlichen Zauneidechsen sind während der Paarungszeit leuchtend grün gefärbt (Bild: Amt für Wald und Landschaft Obwalden)
Datum der Neuigkeit 2. Juli 2012
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